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11:03 21.02.2022

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Die junge Mutter Nicole Thelemann ist froh, Familie und Beruf vereinen zu können. Fotos: Jobcenter/ Michael Frauenkron

Lübeck. Familie und Beruf schließen sich, ebenso wie Frauen in handwerklichen Berufen, nicht aus. Das beweist einmal mehr die alleinerziehende Mutter Nicole Thelemann: Seit dem 1. Februar absolviert sie eine Einstiegsqualifizierung (Langzeitpraktikum) als Kfz-Mechatronikerin bei der Bundespolizeiakademie Lübeck. Ab 1. August mündet diese Qualifizierung in eine Ausbildung in Teilzeit mit 30 Wochenstunden. 
     

„Ich bin überglücklich, dass ich die Möglichkeit habe, Familie und meinen Traumberuf zu vereinbaren“, so die 32-Jährige, deren Großvater schon eine eigene Kfz-Werkstatt besaß. Bereits während der Schulzeit hatte sie den Wunsch, handwerklich tätig zu sein. Die Suche nach einem Ausbildungsbetrieb in diesem Bereich gestaltete sich jedoch sehr schwierig.

Über eine vom Jobcenter Lübeck geförderte berufspraktische Qualifizierung, speziell für Erziehende, gelang es ihr - insbesondere auch mit Hilfe der Handwerkskammer Lübeck - schlussendlich doch, ihrem Traumberuf ein Stück näher zu kommen. Polizeihauptkommissar und Werkstattleiter Daniel Natho erinnert sich: „Wir boten Frau Thelemann einen Praktikumsplatz in unserer Werkstatt an. Sie überzeugte dann auch relativ schnell mit ihrem Talent, Fachwissen und ihrer Freude im Umgang mit Fahrzeugen. Die Bundespolizei bildet mit viel Erfahrung junge Kollegen, unabhängig vom Geschlecht, auch in ursprünglichen Männerdomänen aus.“ Mit der Ausbildung in Teilzeit wurde seitens der Bundespolizei bisher sehr gute Erfahrungen gemacht: „Wir erleben Teilzeit-Azubis oft als überdurchschnittlich motiviert und verantwortungsbewusst. Sie zeichnen sich durch eine enorme Leistungsbereitschaft aus“, bestätigt Natho. 
      

Daniel Natho erklärt Nicole Thelemann die technischen Details
Daniel Natho erklärt Nicole Thelemann die technischen Details

Im Rahmen einer vorgeschalteten Einstiegsqualifizierung kann, bei Bedarf, erste Berufserfahrung gesammelt werden, und Ausbildungsbetriebe erhalten die Gelegenheit, vorhandene Fähigkeiten zu beobachten und zu entwickeln.

Nicole Thelemann erklärt stolz: „Wenn alles glatt läuft, kann mir sogar ein Teil der Einstiegsqualifizierung auf die Ausbildungszeit angerechnet werden.“ Auch die sich anschließenden Einstellungstests und das Vorstellungsgespräch meisterte Nicole Thelemann mit Bravour. Sie ist in der Kfz-Werkstatt der Bundespolizei derzeit die einzige weibliche Auszubildende in spe. Dass sie überwiegend männliche Kollegen hat, stört sie nicht: „Ich wurde sehr herzlich in das Team aufgenommen. Die Arbeitsatmosphäre ist durchweg positiv.“

Die Kinderbetreuung hat sie im Vorwege organisiert: Beide Kinder gehen bis 16 Uhr in den Kindergarten. Sollte es zeitlich mal knapp werden, helfen ihre Mutter oder eine Freundin aus. Anderen (Allein-) Erziehenden rät sie: „Jede/r sollte das tun, was er/sie kann und was einem Spaß macht. Sprecht offen an, dass ihr Kinder habt und fragt gezielt nach einer Ausbildung in Teilzeit. Habt Mut euren Traum zu leben und seid Vorbild für eure Kinder. Für eine Ausbildung in Teilzeit ist es nie zu spät!“

Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck, appelliert an Ausbildungsbetriebe, sich mit dem Gedanken an eine Ausbildung in Teilzeit zu beschäftigen: „Fachkräfte werden auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor gesucht. Auch im Handwerk ist der Bedarf groß. Daher ist es für Betriebe sinnvoll auch alternative Ausbildungsmodelle anzubieten, um so die Attraktivität des Unternehmens zu steigern und den Kreis der Bewerbenden zu erweitern.“

Informationen zur Einstiegsqualifizierung und der Ausbildung in Teilzeit finden Sie unter www.jba-luebeck.de/ausbildung. Für weitere Auskünfte stehen Ihnen außerdem Ihre persönlichen Ansprechpersonen im Jobcenter oder der Arbeitsagentur Lübeck gerne zur Verfügung. 
    

Wussten Sie schon?

In der Woche der Ausbildung finden vom 14. bis 18. März 2022 zahlreiche Veranstaltungen statt. Ob Teilzeitausbildung, Vorbereitung auf Auswahltests oder Bewerbungsmappencheck: die Palette der Informationen ist vielfältig. Informieren Sie sich über die Angebote unter www.arbeitsagentur.de/vor-ort/ luebeck/veranstaltungen und melden Sie sich gleich an!

Im abi»Chat gibt es live und direkt von Expert:innen hilfreiche Tipps und Antworten. Einfach um 16 Uhr unter http://chat.abi.de zu folgenden Themen einloggen:
• 3. März: Ich will etwas Soziales machen
• 6. April: Ich will etwas machen mit IT
• 4. Mai: Welche Ausbildung passt zu mir?
• 8. Juni: Studienfinanzierung
• 6. Juli: Lehramt studieren
• 7. September: Duales Studium

Tipp des Monats

Erhöhung Mindestlohn

Lübeck. Seit der Einführung im Jahr 2015 ist die gesetzliche Lohnuntergrenze bereits mehrfach angehoben worden. So auch im Jahr 2022: Seit dem 1. Januar beträgt der gesetzliche Mindestlohn 9,82 Euro pro Stunde. Ab dem 1. Juli 2022 steigt er planmäßig auf 10,45 Euro pro Stunde.

Mindestvergütung für Auszubildende: Seit dem 1. Januar 2022 gilt: Auszubildende erhalten monatlich mindestens 585 Euro. Der Betrag steigt mit jedem Lehrjahr: Um 18 Prozent im zweiten, 35 Prozent im dritten und 40 Prozent im vierten Lehrjahr – Bezugsgröße ist jeweils das Einstiegsgehalt.


Online-Informationsveranstaltung „Ausbildung in Teilzeit“ am 16. März

Lübeck. Sie interessieren sich für eine Teilzeitberufsausbildung? Informieren Sie sich, wie das genau funktioniert, was dabei zu beachten ist und wie die Finanzierung erfolgt.

Erfahren Sie von einer Teilzeitauszubildenden und der Malerei Lehmkuhl, wie die Ausbildung in der Praxis abläuft. Expertinnen der Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, des Jobcenters und der Arbeitsagentur Lübeck stehen Ihnen für Fragen zur Verfügung.

Die Veranstaltung findet online über die Plattform Webex statt und dauert zirka eineinhalb Stunden. Der Einwahllink wird zwei Tage vor der Veranstaltung zugeschickt.

Wann: 16. März 2022 ab 10 Uhr
Wie: Online über die Plattform Webex
Eine Anmeldung ist bis zum 11. März möglich per E-Mail an Jobcenter-Luebeck.BCA@jobcenter-ge.de


Einheitliche Rufnummer

Lübeck. Um einen unbürokratischen Service aus einer Hand anzubieten, wird es künftig nur noch die zentrale Telefonnummer 0451/58 86 33 für alle Standorte des Jobcenters Lübeck geben. Unter dieser Nummer stehen wir Ihnen als Ansprechpartner für Ihre Angelegenheiten rund um das SGB II zur Verfügung. Die Servicerufnummern unserer Standorte stehen nur noch bis 31.März zur Verfügung. 
    

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